Woche 1 · 15.10.2026
Was braucht eine neue Firma? Checkliste und Stundensatz-Tipp
Guten Tag,
schön, dass Sie da sind. In dieser Ausgabe geht es um den Start: Was eine neue Firma in Deutschland wirklich braucht, wie Sie Ihren Stundensatz prüfen und drei kleine Ideen, die wenig Aufwand machen.
Schwerpunkt: Was braucht eine neue Firma?
Eine kompakte Checkliste zum Abhaken. Sie ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung, hilft aber, nichts zu vergessen.
- Gewerbeanmeldung: Beim Gewerbeamt Ihrer Gemeinde, vor oder mit Beginn der Tätigkeit. Freie Berufe brauchen keine Gewerbeanmeldung.
- Fragebogen zur steuerlichen Erfassung: Innerhalb eines Monats nach Aufnahme der Tätigkeit an das Finanzamt, elektronisch über ELSTER. Danach bekommen Sie Ihre Steuernummer.
- Kleinunternehmerregelung prüfen: Seit 2025 gilt: Vorjahresumsatz höchstens 25.000 €, laufendes Jahr höchstens 100.000 €. Im Gründungsjahr liegt die Grenze bei 25.000 €. Dafür keine Umsatzsteuer auf Rechnungen, aber auch kein Vorsteuerabzug. Lassen Sie sich im Zweifel beraten.
- Geschäftskonto: Trennen Sie privat und geschäftlich von Anfang an. Das spart später viel Sucherei.
- Versicherungen: Mindestens eine Betriebshaftpflicht prüfen. Je nach Branche kommen weitere hinzu.
- Handwerkskammer oder IHK: Gewerbetreibende sind in der Regel Pflichtmitglied in IHK oder Handwerkskammer. Für zulassungspflichtige Handwerke ist die Eintragung in die Handwerksrolle Voraussetzung.
- Impressum und Datenschutz: Für Ihre Website brauchen Sie ein Impressum (§ 5 Digitale-Dienste-Gesetz) und eine Datenschutzerklärung.
- Rechnungspflichtangaben: Unter anderem Name und Anschrift beider Seiten, Steuernummer oder USt-IdNr., Rechnungsdatum, fortlaufende Rechnungsnummer, Leistung und Leistungszeitraum sowie Steuersatz bzw. Hinweis auf die Steuerbefreiung.
- Buchhaltung und Belegablage: Ein fester Ort für alle Belege, digital oder im Ordner, und ein fester Termin pro Woche zum Sortieren.
- Kalkulation: Bevor das erste Angebot rausgeht, sollte klar sein, was eine Stunde Sie kostet. Dazu gleich mehr.
Tipp: Rechnen Sie mit verkaufbaren Stunden
Fahrzeit, Angebote, Material holen und Buchhaltung gehören zu Ihrer Arbeitszeit, bezahlt werden sie aber von keinem Kunden direkt. Teilen Sie Ihre Kosten deshalb durch die abrechenbaren Stunden, nicht durch alle.
Beispielrechnung (Zahlen bitte durch Ihre eigenen ersetzen):
- Jahreskosten inkl. Unternehmerlohn und Rücklagen: 90.000 €
- 220 Arbeitstage × 8 Stunden = 1.760 Stunden
- Davon abrechenbar, angenommen 70 %: 1.232 Stunden
Mit allen Stunden gerechnet ergibt sich ein Satz von rund 51 €, mit den abrechenbaren rund 73 € netto. Wer 51 € verlangt, verliert also pro abgerechneter Stunde etwa 22 €. Ihren echten Anteil sehen Sie, wenn Sie ein paar Tage mitschreiben.
3 schnelle Ideen
- Google-Unternehmensprofil anlegen oder pflegen: Öffnungszeiten, Leistungen, Einzugsgebiet und ein paar Fotos. Viele Kunden suchen zuerst dort.
- Eine Angebotsvorlage bauen: Einmal sauber aufsetzen mit Leistungsbeschreibung, Preisen, Gültigkeit und Zahlungsbedingungen. Danach geht jedes Angebot schneller.
- Projektfotos sammeln: Machen Sie vor und nach jedem Auftrag ein Foto (mit Erlaubnis der Kunden). So entsteht nebenbei Material für Website, Profil und Angebote.
Werkzeug der Woche
Wenn Sie Stundensatz, Angebot und Nachkalkulation nicht jedes Mal von Hand rechnen wollen: Auftrags-Check Handwerk (39 €). Weitere Vorlagen finden Sie im Shop von Werkbank Digital.
Eine Frage an Sie
Welcher Punkt auf der Gründungs-Checkliste hat Sie am meisten Zeit gekostet? Antworten Sie gern auf diese E-Mail.
Viele Grüße
Werkbank Digital